Technologie- und Gründerzentrum Daun

Die Idee

Die Idee eines Technologie- und Gründerzentrums an sich ist nicht neu, denn entsprechende Konzepte sind bereits an zahlreichen Stellen - mit mehr oder minder großem Erfolg - umgesetzt worden. In Rheinland-Pfalz gab es solche Einrichtungen allerdings bis dato nur in den Oberzentren Mainz, Ludwigshafen, Koblenz, Kaiserslautern und Trier.

So erschien denn auch der Ende 1996 geborene Gedanke, ein solches Zentrum im ländlichen Raum zu etablieren, zunächst recht gewagt, denn ob sich ein Projekt dieser Dimension abseits der Ballungsräume überhaupt als tragfähig erweisen würde, war zu diesem Zeitpunkt völlig offen. Trotzdem wurde der von der isu gegenüber der Verbandsgemeinde Daun geäußerte Gedanke zur gezielten Wirtschaftsförderung durch eine innovative Einrichtung dieser Art nicht abgetan sondern seitens der Verwaltungsspitze konsequent aufgegriffen und weiterverfolgt.

Dieser mutige Schritt, der durch verschiedene Diskussionen und Fachgespräche sowie Besichtigungen von Technologiezentren an anderer Stelle immer wieder überprüft und abgesichert wurde, erwies sich zurückblickend als konsequent und richtig.

Die Machbarkeitsstudie

Zur Schaffung der notwendigen Klarheit im Hinblick auf die Umsetzungsfähigkeit der Konzeption entschloss sich die Verbandsgemeinde Daun - nach einer Besichtigung des ebenfalls durch die isu konzipierten und gebauten TGZ in Ilmenau (Thüringen) - Anfang 1997 eine Rahmenplanung in Auftrag zu geben, die die städtebaulichen, architektonischen und wirtschaftlichen Grundbedingungen für ein solches Zentrum im Industrie- und Gewerbepark der VG Daun in Nerdlen und Kradenbach prüft und darauf aufbauend einen ersten Plan zur Umsetzung der Idee entwirft.

Innerhalb von nur knapp drei Monaten war die Untersuchung abgeschlossen, die ersten diskussionsfähigen Konzepte lagen vor. Durch eine zusätzliche Machbarkeitsstudie wurden die ökonomischen Zwangspunkte vertieft beleuchtet, Organisationsformen einer Trägergesellschaft geprüft und Vorschläge für die konkrete Umsetzung des Vorhabens unterbreitet. Noch im selben Jahr wurde die TGZ Daun GmbH gegründet, die die isu mit der weiteren Planung des Projektes beauftragte.

Für die eigentliche Planungsphase standen sechs Monate zur Verfügung. In dieser Zeit musste der Vorentwurf für das 10-Millionen-Mark-Projekt erstellt, mit den Fach- und Aufsichtsbehörden abgestimmt und schließlich durch die Bezirksregierung Trier baufachlich geprüft werden.

Die Konzeption

Danach wurden - in Kooperation mit dem bauleitenden Architekten Wolfgang Schuska - die Entwürfe für den ersten Bauabschnitt weiter vertieft und so aufbereitet, dass im Frühsommer 1998 ein Förderantrag auf den Weg gebracht und der Bauantrag gestellt werden konnte. Drei Monate später - im September des gleichen Jahres - wurde der Landeszuschuss bewilligt und die Baugenehmigung für den ersten Realisierungsabschnitt erteilt.

Von der Idee zum Bau eines entsprechenden Zentrums bis zum ersten Spatenstich waren nur etwa 20 Monate vergangen Die Konzeption des TGZ Daun sieht einen Gebäudekomplex mit einem zentralen 'Kopfbau', der die Service- und Dienstleistungseinrichtungen beherbergt, und angelagerten Büroflügeln vor. Dahinter sind Hallen für Produktionsbetriebe angeordnet.

Auf dem etwa 12.800 qm großen Grundstück wurde eine Gebäude-Nutzfläche von knapp 5.000 qm realisiert. Der umbaute Raum beträgt über 21.000 cbm. Die Anlage ist so konzipiert, dass stufenweise Erweiterungen oder die Anlagerung eines zusätzlichen Betriebs mit gemeinsamer Nutzung der Einrichtungen des Servicegebäudes jederzeit möglich sind.

Als vermietbare Einheiten stehen heute die beiden zweigeschossigen Bürogebäude mit zusammen etwa 1.700 qm und fünf Produktionshallen mit etwa 1.100 qm Fläche zur Verfügung. Die Büros sowie die Hallenkomplexe sind flexibel konzipiert und können leicht den Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzer angepasst werden. Sie haben Größen von 23 qm bis 40 qm (Büros), bzw. 90 qm bis 445 qm (Produktionshallen). Außerdem bietet das TGZ Daun in seinem Servicecenter Besprechungs-, Seminar- und Konferenzräume für 10 bis 90 Personen, die mit modernster Medientechnik ausgestattet sind. Im 'Kopfbau' sind zudem weitere Büroflächen sowie das TGZ-Restaurant und großzügige Ausstellungsflächen vorhanden.

Das TGZ heute

Die endgültige Fertigstellung des Zentrums wurde im Sommer des Jahres 2000 gefeiert, nachdem bereits rund ein halbes Jahr zuvor die Flächen in den verschiedenen Gebäudeteilen weitgehend belegt waren.

Die Gebäude beherbergen heute verschiedene Firmen, die überwiegend aus der Technologiebranche - insbesondere aus dem Bereich der Informationstechnologie und der Automatisierung - stammen. Ihre Verweildauer ist der Philosophie des TGZ entsprechend begrenzt, um nach einer Zeit des Firmenaufbaus und der Konsolidierung neuen Existenzgründern Platz zu machen.

Bereits vor der offiziellen Einweihung des TGZ Daun gründeten die ersten Unternehmen von hier aus und errichteten eigene Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft. Diese Tatsache belegt, dass das Konzept des Zentrums schlüssig und die Rahmenbedingungen für die jungen Unternehmen hier ausgesprochen gut sind.

Weitere Informationen und technische Details erhalten Sie direkt vom TGZ Daun unter www.tgz.daun.de.

Projektfakten:

Auftraggeber

VG Daun - TGZ Daun GmbH


Ansprechpartner

Herr Bürgermeister Klöckner


Planungszeitraum

1997-2000